Obwohl noch relativ jung und unbekannt, gibt es mittlerweile einige Beispiele für open-source Projekte im Filmbereich. Die Spannbreite reicht dabei von reinen Experimentalfilmen über Animations- und Dokumentarfilmen, bis hin zu kommerziell erfolgreichen Spielfilmen. Wir haben die Definition von open-source und creative commons mal nicht soo genau genommen und hier eine Auswahl von Projekten zusammengestellt, die man diesem `Genre´ zuordnen kann:
Abgeschlossene Projekte
- Oceania (2008) ist der Erstlingfilms eines 17-jährigen Kaliforniers, realisiert für 4.000 US-Dollar. Der Kurzfilm war in erster Linie als Studienobjekt und Lehrstück von Regisseur Harry Dehal gedacht, brachte es aber unter einer Creatrive Commons(CC)-Lizenz zu einer größeren Zuschauerschaft.
- Sita sings the Blues (2008) ist ein Animationslangfilm der US-Amerikansichen Künstlering Nina Paley. Veröffentlich unter der offensten aller CC-Lizenzen (theoretisch kann jeder diesen Film brennen und legal auf CD verkaufen) konnte Nina über eigene DVD-Verkäufe, Spenden und Festivalauftritte ihre Arbeit finanzieren.
- Big Buck Bunny (2008) ist das zweite Projekt der Blender Stiftung nach Elephants Dream. Auch hier handelt es sich um einen animierten Kurzfilm, der auf der open-source Blendersoftware realsiert wurde.
- Torno Subito (2007) ist eine italienische Spielfilmproduktion in HD, die erste unter einer CC-Lizenz.
- Insecurity (2007) ist ein australisches Spielfilmprojekt aus der Tech-Szene. Realisiert in vier Tagen wurde der Filmzwei Monate lang editiert und ist nun entweder als kostenloser Download verfügbar und kann als DVD direkt gekauft werden.
- Elephants Dream (2006) ist ein animierter, experimenteller Kurzfilm, der auf der open-source Software Blender animiert wurde.
- Boy who never slept (2006) wurde von einem US-amerikanischen Studenten Solomon Rothman für weniger als 200 US-Dollar realisiert.
- Cactuses (2006) wurde als hands-on-Lernprojekt an einer Kalifornischen Kunstschule initiiert und anschließend über das Internet frei vertrieben.
- Star Wreck: In the Pirkinning (2005) ist eine finnische Parodie von Star Treck und eines der schönsten Beispiele für social filmmaking. Hergestellt in über sieben Jahre für ein Budget von 13.462 Euro wurde Star Wreck innerhalb von zwei Monaten ca. 2,9 Mio. Mal heruntergeladen, bis heute insgesamt über fünf Mio. Mal. In der Folge wurden die Fernsehrechte zu Star Wreck in viele Ländern verkauft. Damit haben die Filmemacher nach Aussage einer Quelle bisher insgesamt das ca. 20fache des Budgets an Umsätzen generieren können.
Dieser Erfolg ist nicht Glück gewesen, sondern Ergebnis der jahrelangen Arbeit, die die Filmemacher in den Aufbau einer Community gesteckt haben. So gelang es ihnen z.B., eine treue Fancommunity mit mehr als 3000 Mitgliedern aufzubauen, die nicht nur mithalfen, daß Projekt zu realisieren, sondern auch später beim Vertrieb dafür sorgten, daß über 10.000 DVDs gekauft wurden. Über Merchandising und Fernseherlöse konnte ebenfalls Geld eingespielt werden. - CH7 (2004) ist ein Schweizer Spielfilm. Als Kritik an der kommerziellen schweizer Medienlandschaft wurde dieser Film konsequenterweise durch ehrenamtliche Arbeit hergestellt und jetzt unter einer CC-Lizenz vertrieben.
- Route 66 (2004) entstand als erster deutscher Dokumentarfilm unter CC-Lizenz. Realisiert von drei Freunden für ca. 40.000 Euro wurde der Film über eine Million mal heruntergeladen und hat sich für die Macher über Spenden rentiert. Route 66 ist der erste Film, dessen Quellen frei verfügbar sind und auch verändert werden dürfen.
- Dancing to Architecture (2002): Der erste open-source Film überhaupt entstand im Rahmen des “This is not Art”-Festivals, das einmal jährlich in Newcastle (Australien) stattfindet. Der Film ist eher ein Stück Videokunst als eine Dokumentation des Festivals.
Projekte in Arbeit:
- Valkaama ist eine deutsch-polnische-Koproduktion, die als open-source Projekt im besten Sinne zu verstehen ist: der Film ist zur Zeit in noch nicht fertig, wird aber als mit einer Beta-Version gelistet. Wer interesse hat, kann an der weiteren Verfeinerung mitarbeiten.
- Die letzte Droge ist nach Route 66 das zweite Langfilmprojekt des Netlabels VEB Film Leipzig, was sich noch in der crowd-funding Phase befindet.
- Jahtia´s Wager ist ein Science-Fiction Project, das sich noch in der Entwicklung befindet. Über ein Wiki ist jeder aufgefordert, die Charaktere und die Backstory für diese Serie mitzuentwickeln.
- Stray Cinema (2006) ist mehr eine Plattform als ein abgeschlossener Film. Von zwei Spaniern aufgesetzt, bietet die Plattform Material an, das von den Nutzern frei editiert und zurück auf die Seite geladen werden kann. Ziel ist es, mit einer Community Filme herzustellen, diese untereinander zu bewerten und schließlich in einem Kino zu zeigen. Für 2011 haben sich die Filmemacher das Ziel gesetzt, David Lynch als Regisseur zu gewinnen.






